25. August 2016

Wissenswertes

Der Deutsche Schäferhund

Farbe – Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgelben Abzeichen. Schwarz und grau einfarbig.Heutige Verwendung – Sport- und Familienhund, Dienst- und Schutzhund, Rettungs- und Therapiehund, Blindenführhund, Hütehund.Erziehung – Absolut notwendig. Konsequenz, Geduld und Verständnis sind gefragt. Sehr lernfähige Gebrauchshundrasse.

Wesen – Sicher und selbstbewusst, robust, unbefangen, aufmerksam, physisch und psychisch hoch belastbar.

Verträglichkeit – Gutes und sicheres Sozialverhalten, verträgt sich nach entsprechender Sozialisation sehr gut mit Menschen und Tieren im Familienumfeld.

Fütterung und Pflege – Fütterung entsprechend Aktivität und Aufgaben mit hochwertigem Fertigfutter. Regelmäßige Fellpflege, entwurmen und impfen.

Bewegung – Aktiver Hund, der regelmäßige Bewegung (Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren, Joggen, Hundesport) zu einem ausgeglichenen Wesen braucht.

Gesundheit – HD-Bekämpfung durch Zuchtwertschätzung und Kontrolle im SV. Lebenserwartung zehn bis zwölf Jahre.

Größe und Gewicht – Rüden: 60 bis 65 Zentimeter, ca. 30 bis 40 Kilo. -Hündinnen 55 bis 60 Zentimeter, ca. 22 bis 32 Kilo.

 

Gebrauchshundeprüfung

 

Eine Gebrauchshundeprüfung ist eine Arbeitsprüfung für Hunde in der Fédération Cynologique Internationale (FCI) und ihren Mitgliedsorganisationen.

Ab 01.01.2012 gilt für den Schäferhundverein (SV) eine neue Prüfungsordnung, die international innerhalb der FCI einheitlich geliedert ist. Aus den Bezeichnungen SchH 1-3 (Schutzhundeprüfung) wurde jetzt IPO 1-3 (Internationale Prüfungsordnung). Die IPO wird durch einen Leistungsrichter abgenommen.

Die Internationale Prüfungsordnung gliedert sich in drei Abteilungen

  • Abteilung A: Fährte / Spur
  • Abteilung B: Unterordnung / Gehorsam
  • Abteilung C: Schutzdienst / Verteidigung

Abteilung A: Fährte / Spur

Bei der Fährte legt der Fährtenleger eine Spur auf einem entsprechendem Gelände (Wiese, Acker, etc.)  ab. Dabei werden sogenannte Gegenstände (Holz, Filz, Leder, usw. Größe: 5 x 1 x 0,5 cm) vom Fährtenleger auf der Fährte abgelegt. Nach einer bestimmten Zeit (20 min bis 3 Stunden – abhängig vom Ausbildungstand) wird der Hunde vom Hundeführer am Ansatz der Fährte angelegt und in einem Abstand von 10 m vom Hundeführer gehalten. Der Hund muss dabei mit „ruhiger“ Nase die Fährte absuchen und die hinterlassen Gegenstände entweder verweisen oder aufnehmen.

Definition Eigenfährte / Fremdfährte: Wie man schon erahnen kann, handelt es sich bei der Eigenfährte um die Spur des Hundeführers und bei der Fremdfährte um die Spur von einer Fremden Person die am Prüfungstag für die entsprechende Fährtenlegung ernannt wurde.

Abteilung B: Unterordnung / Gehorsam

In der Abteilung B werden dem Hund vom Hundeführer entsprechende Kommandos gegeben. Diese hat der Hund zügig und korrekt auszuführen.

  • Fuß, Sitz, Platz, Sitz aus der Bewegung, Platz aus der Bewegung, Hier, Bring, etc.
Neben der korrekten Ausführungsweise sollte der Hund freudig und aufmerksam dem Hundeführer folgen. In dieser Abteilung kommt es vor allem auf den Grundgehorsam an. Ist dieser gegeben, so wird der Hund die Kommandos zügig, korrekt und freudig ausführen.

Abteilung C: Schutzdienst / Verteidigung

Schutzdienst, die Königsdisziplin der Hundearbeit, ist kein Selbstzweck und soll auch nicht nur dazu dienen, bestimmte Aufgaben mit Hilfe eines Tiers zu erledigen. Schutzdienst ist auch eine der Grundvoraussetzungen für die Erhaltung der Rasse in ihrer bisherigen Qualität. Dabei stellen weder die Ausbildung noch der Sport selbst eine Gefahr für andere dar. Eher ist das Gegenteil richtig: Gerade der sportlich aktive, im Schutzdienst sichere und energische Hund zeigt sich Menschen gegenüber als gutartig und friedlich. Er kann sich im Schutzdienst-Sport austoben – und genau das schafft die Ausgeglichenheit, die von dem Tier gefordert wird.

Die Voraussetzung einer gezielten Schutzhundausbildung beruht deshalb immer auf dem inneren Zusammenhang zwischen Triebveranlagung, Belastbarkeit und Selbstsicherheit. Eine wichtige Rolle spielt dabei die ererbte Freude an der Auseinandersetzung, nicht zu verwechseln mit Aggression und Schärfe. Belastbarkeit, die andere Voraussetzung, setzt physische Robustheit voraus, Gesundheit und damit auch die körperliche Fähigkeit zu Leistung. Als Selbstsicherheit werden die Fähigkeit und der Wille, auch in kritischen und gefährlichen Situationen zu helfen, gewertet. Sind diese Eigenschaften in einem Junghund erkannt, eignet er sich voraussichtlich für eine Schutzhundausbildung – vorausgesetzt, auch seine Belastbarkeit erlaubt das anstrengende Training. All das richtig einzuschätzen, ist Aufgabe und Leistung des Besitzers und Ausbilders.

Ausbildung zum Schutzhund – das ist für viele Hundesportler die Krönung ihres Zusammenlebens mit dem Tier an ihrer Seite. Hier kann der Hund mehr als Kunststückchen machen, ist ein anderer als nur der amüsante Begleiter, nicht nur ein daneben lebendes Stück Naturersatz. Schutzhunde sind beste Familienmitglieder aus eigenem Wollen und mit eigenem Urteilsvermögen.

 

Zuchtschau

 

Eine Zuchtschau beim SV: Das ist für jeden Hund (und seinen Besitzer) der Augenblick der Wahrheit. Denn hier geht es um das Wichtigste des Vereins – um die vererbbare Qualität seiner Tiere. Gutes Aussehen allein garantiert dabei noch keinen ersten Platz.

Für Zuchtschauen müssen Hunde in Vorprüfungen Leistungen erbringen – und sie körperlich unter Beweis stellen. Die Beurteilung durch ausgebildete SV-Zuchtrichter erfolgt nicht nur aus dem Stand, sondern auch im ausdauernden Trab. Die Bewertungen werden nach strengen Maßstäben abgegeben. Nur wenn Aussehen und Wesen im Hinblick auf den Rassestandard stimmen, kann der Richter eine Zuchtbewertung zuerkennen. Natürlich entwickelt sich dadurch auch ein Wettbewerb, in dem sich die Besten mit den Besten messen.

Der Verein für Deutsche Schäferhunde veranstaltet jährlich mehrere hundert Zuchtschauen. Orte und Termine geben die örtlichen Vereine bekannt und sind in der SV-Zeitung oder auf unserer Homepage nachzulesen. Die Ortsgruppen führen Zuchtschauen für Varietäten „Stockhaar“ und „Langstockhaar mit Unterwolle“ für die Jugendklasse (12-18 Monate), die Junghundklasse (18-24 Monate) und die Gebrauchshundklasse (über 2 Jahre) durch. Ebenso können Nachwuchsklassen angegliedert werden, zukünftige Züchter lassen ihre Tiere auf diesen Schauen zum ersten Mal kritisch begutachten.

Der Höhepunkt einmal im Jahr ist die SV-Bundessiegerzuchtschau, zu der nur Hunde mit Spitzenergebnissen zugelassen werden. Für jede Zuchtschau wird der Hund mit gezieltem Training optimal vorbereitet. Einen Faktor kann man kaum beeinflussen, die Tagesform des Vierbeiners. Genau wie wir Menschen sind auch Hunde manchmal nicht so gut drauf. Das ist kein Grund, auf den treuen Freund böse zu sein.